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<title>Bandschlinge</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Bandschlinge</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p>Die <b>Bandschlinge</b> ist ein Hilfsmittel für die <a href="Absturzsicherung_(Mensch)" title="Absturzsicherung (Mensch)">Absturzsicherung</a> und <a href="H%C3%B6henrettung" title="Höhenrettung">Höhenrettung</a> sowie eine Zusatzgerätschaft bei der <a href="Pers%C3%B6nliche_Ausr%C3%BCstung_von_Feuerwehrangeh%C3%B6rigen" class="mw-redirect" title="Persönliche Ausrüstung von Feuerwehrangehörigen">persönlichen Ausrüstung von Feuerwehrangehörigen</a>. Es handelt sich dabei um ein ringförmig verknüpftes Band aus besonders belastungsfähigen <a href="Kunstfaser" class="mw-redirect" title="Kunstfaser">Kunstfasern</a>, das eine Tragkraft von einigen Tonnen haben kann.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Material">Material</h2></div>

<p>Beim Klettern werden Bandschlingen aus <a href="Polyamid" class="mw-redirect" title="Polyamid">Polyamid</a> oder <a href="Dyneema" title="Dyneema">hochmodulem Polyethylen</a> eingesetzt. Auch <a href="Polyester" title="Polyester">Polyester</a> wird vermehrt verwendet.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Das Bandmaterial kann aus einem flach gewebten <a href="Gurtband" title="Gurtband">Gurt</a> oder auch aus rund gewebtem Schlauchband verarbeitet sein. Dabei sind aus Schlauchband genähte Bandschlingen bei gleicher <a href="Bruchlast" class="mw-redirect" title="Bruchlast">Bruchlast</a> schmaler.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Beim_Klettern">Beim Klettern</h2></div>
<p>Die Bandschlinge wird bei der <a href="Klettersicherung" title="Klettersicherung">Selbstsicherung</a> und zum <a href="Stand_(Klettern)" title="Stand (Klettern)">Standbau</a> verwendet. Als <a href="Zwischensicherung" title="Zwischensicherung">Zwischensicherung</a> beim <a href="Klettern" title="Klettern">Klettern</a> wird sie meist als Köpfel- oder Zackenschlinge über oder um hervorstehende Felsköpfe oder -platten gelegt oder durch <a href="Sanduhr_(Felsformation)" title="Sanduhr (Felsformation)">Sanduhren</a> geführt. Bandschlingen werden auch als Verlängerung zwischen Haken und Karabiner verwendet. Beim <a href="Vorstieg" title="Vorstieg">Vorstieg</a> findet sie als <a href="Expressschlinge" class="mw-redirect" title="Expressschlinge">Expressschlinge</a> häufige Verwendung.
</p><p>Heutzutage kommen zum Klettern überwiegend vernähte Bandschlingen zum Einsatz. Diese müssen die Norm EN 566 erfüllen und haben eine Mindestbruchlast von 22 kN. Die tatsächliche Nennbruchlast ist an der Schlinge zu kennzeichnen, dies erfolgt meist auf einem an der Naht angebrachten Schild. Typische Längen sind 30, 60, 120 und 240&nbsp;cm. (Die Länge gibt die maximal mögliche Nutzlänge an. Der Umfang ist also doppelt so groß.)
</p><p>Bandmaterial gibt es für den Bergsport auch als unvernähte Meterware, wird aber immer weniger genutzt. Es muss die Norm EN 565 (Band) erfüllen. Diese schreibt u.&nbsp;a. vor, die <a href="Rei%C3%9Ffestigkeit" class="mw-redirect" title="Reißfestigkeit">Reißfestigkeit</a> mittels längs in der Mitte eingewebten durchgehenden kontrastfarbigen Strichen zu kennzeichnen. Dabei bedeutet jeder Strich eine Bruchlast von 5&nbsp;kN, wobei eine Mindestbruchlast von 10&nbsp;kN (zwei Striche) erforderlich ist.
</p>

<p>Um aus Bandmaterial von der Rolle eine Schlinge zu formen, verwendeten Bergsteiger früher den <a href="Bandschlingenknoten" title="Bandschlingenknoten">Bandschlingenknoten</a>.
Von dieser lange Zeit praktizierten Methode wird inzwischen dringend abgeraten. Der Bandschlingenknoten kann sich, wenn er an einem kleinen Zacken hängen bleibt, leicht selbst öffnen und lässt sich daraufhin bereits bei sehr geringer Belastung ganz lösen.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Aus diesem Grund wird er in der alpinen Sicherheitsliteratur mittlerweile auch als „Todesknoten“ bezeichnet.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Sicherer als der Bandschlingenknoten ist der <a href="Achterknoten_(Verbindung)" title="Achterknoten (Verbindung)">Achterknoten</a>. Zwar hält dieser Knoten nicht bei Bändern aus glatterem Dyneema, allerdings kommen diese aufgrund der schlechten Knotbarkeit nicht als Meterware in den Handel.<sup id="cite_ref-Panorama_Gebrauchsdauer_4-0" class="reference"><a href="#cite_note-Panorama_Gebrauchsdauer-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Bandschlingen, vor allem deren Nähte, sind anfällig gegen Abrieb, Quetschung, Kanten- und Sturzbelastung sowie Hitze und Chemikalien.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Sicherheitshinweis">Sicherheitshinweis</h3></div>
<p>Wird ein Seil durch eine Bandschlinge geführt, muss ein Karabiner zwischengeschaltet werden, um zu verhindern, dass die Bandschlinge durch die Reibung durchschmilzt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bei_der_Feuerwehr">Bei der Feuerwehr</h2></div>

<p>Bei der <a href="Feuerwehr" title="Feuerwehr">Feuerwehr</a> kann die Bandschlinge für viele Aufgaben eingesetzt werden. Das Mitführen einer Bandschlinge beim Brandeinsatz im <a href="Innenangriff" class="mw-redirect" title="Innenangriff">Innenangriff</a> ist bei den Feuerwehren in Deutschland keine Pflicht, wird aber empfohlen und an vielen Orten praktiziert.
</p><p>Mit der Schlinge kann sich ein Trupp gegenseitig verbinden, um in verrauchten Objekten Kontakt zu halten. Auch das Absuchen von Räumen kann mit bestimmten Suchtechniken mit einer Bandschlinge verbessert werden. Außerdem kann damit eine Tür durch Herunterziehen der Türklinke aus der Deckung geöffnet werden.
</p>

<p>Ist bei einer <a href="Sofortrettung" title="Sofortrettung">Sofortrettung</a> aufgrund von Zeitdruck, fehlendem Material oder drohender Gefahr keine Rettung durch eine <a href="Trage" title="Trage">Trage</a> oder <a href="Rettungstuch" title="Rettungstuch">Rettungstuch</a> möglich, so kann eine verunfallte Person auch mit der Bandschlinge gerettet werden. Hierzu wird die Schlinge auseinandergezogen und unter den Armen um den Körper der verunfallten Person gelegt. Hinter dem Kopf wird die Schlinge über Kreuz gelegt, um den Kopf zu stabilisieren. Die Länge der <a href="Schlaufe" title="Schlaufe">Schlaufe</a> sollte dafür mindestens 1,50&nbsp;m betragen. Ist die verunfallte Person ein <a href="Atemschutzger%C3%A4tetr%C3%A4ger" title="Atemschutzgeräteträger">Atemschutzgeräteträger</a>, so kann die Schlinge durch die Begurtung des <a href="Pressluftatmer" class="mw-redirect" title="Pressluftatmer">Pressluftatmers</a> geführt und die Person gezogen werden.
</p><p>Da Bandschlingen bei der Feuerwehr nicht vorgeschrieben sind, müssen sie keiner Norm genügen. Daher ist mitunter auch Material im Einsatz, das nicht als Klettergerät zugelassen ist.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Gebrauchsdauer">Gebrauchsdauer</h2></div>
<p>Bandschlingen <a href="Alterung_(Chemie)" title="Alterung (Chemie)">altern</a> durch mechanische <a href="Beanspruchung_(Technische_Mechanik)" title="Beanspruchung (Technische Mechanik)">Beanspruchung</a>, Schmutz und <a href="UV-Strahlung" class="mw-redirect" title="UV-Strahlung">UV-Strahlung</a>, so dass ihre Bruchlast im Laufe der Zeit abnimmt. Auch ungenutzt verlieren die Kunstfasern mit den Jahren ihre <a href="Rei%C3%9Ffestigkeit" class="mw-redirect" title="Reißfestigkeit">Reißfestigkeit</a>. Eine schwache Schlinge darf für sicherheitsrelevante Anwendungen, wie sie z.&nbsp;B. beim Klettern vorkommen, nicht mehr verwendet werden.
</p><p>Der Grad der Alterung hängt ab von Häufigkeit und Art des Gebrauchs sowie dem Material. Bandschlingen aus Dyneema altern schneller als Polyamid, wodurch sie schon nach drei bis fünf Jahren im kritischen Festigkeitsbereich liegen; Polyamidschlingen dagegen haben noch nach sechs bis zehn Jahren Sicherheitsreserven.
</p><p>Dabei gibt es einen starken Zusammenhang zwischen optischem Zustand und Festigkeit, so dass man anhand des visuellen Eindrucks entscheiden kann, wann eine Schlinge ausgemustert werden sollte:<sup id="cite_ref-Panorama_Gebrauchsdauer_4-1" class="reference"><a href="#cite_note-Panorama_Gebrauchsdauer-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ul><li>Polyamidschlingen sind mit zunehmendem Alter sehr pelzig oder ausgefranst.</li>
<li>Bei Dyneema ist die Farbe ein guter Indikator, die anfangs weißen Fasern werden mit der Zeit grau.</li></ul>
<p>Säuren (z.&nbsp;B. Entkalker, Batteriesäure), Lösungsmittel (z.&nbsp;B. wasserfeste Filzstifte) und andere Chemikalien sowie aggressive Reinigungsmittel können die Festigkeit von Bandschlingen massiv vermindern. Verhängnisvoll ist dabei, dass man der Bandschlinge keine Beschädigung ansieht, sie aber schon bei geringer Belastung reißen kann. Deshalb dürfen Bandschlingen niemals mit herkömmlichen wasserfesten Filzstiften markiert oder mit aggressiven Chemikalien und Reinigungsmittel in Kontakt kommen.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Peter Plattner: <cite style="font-style:italic">dialog: Polyester</cite>. In: <cite style="font-style:italic">bergundsteigen</cite>. <span style="white-space:nowrap">Nr.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>100</span>, 2017, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>14</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.bergundsteigen.at/file.php/archiv/2017/3/14-24%28dialog%29.pdf">bergundsteigen.at</a> [PDF; abgerufen am 15.&nbsp;März 2019]).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Ajournal&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Bandschlinge&amp;rft.atitle=dialog%3A+Polyester&amp;rft.au=Peter+Plattner&amp;rft.date=2017&amp;rft.genre=journal&amp;rft.issue=100&amp;rft.jtitle=bergundsteigen&amp;rft.pages=14" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Pit_Schubert" title="Pit Schubert">Pit Schubert</a>: <cite style="font-style:italic">Sicherheit und Risiko in Fels und Eis</cite>. 6. Auflage. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>1</span>. Rother, München 2001, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>170<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>f</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Bandschlinge&amp;rft.au=Pit+Schubert&amp;rft.btitle=Sicherheit+und+Risiko+in+Fels+und+Eis&amp;rft.date=2001&amp;rft.edition=6.&amp;rft.genre=book&amp;rft.pages=170+f&amp;rft.place=M%C3%BCnchen&amp;rft.pub=Rother&amp;rft.volume=1" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Walter Siebert: <cite style="font-style:italic">Warten wir noch ein paar Tote ab</cite>. In: <cite style="font-style:italic">bergundsteigen</cite>. <span style="white-space:nowrap">Nr.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>2</span>. Innsbruck 2007, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>38–45</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.bergundsteigen.at/file.php/archiv/2007/2/print/38-45%20%28warten%20wir%20noch%20ein%20paar%20tote%20ab%29.pdf">bergundsteigen.at</a> [PDF; abgerufen am 17.&nbsp;Juli 2015]).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Ajournal&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Bandschlinge&amp;rft.atitle=Warten+wir+noch+ein+paar+Tote+ab&amp;rft.au=Walter+Siebert&amp;rft.date=2007&amp;rft.genre=journal&amp;rft.issue=2&amp;rft.jtitle=bergundsteigen&amp;rft.pages=38-45&amp;rft.place=Innsbruck" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-Panorama_Gebrauchsdauer-4"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Panorama_Gebrauchsdauer_4-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Panorama_Gebrauchsdauer_4-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text"><cite style="font-style:italic">Schauen statt vertrauen</cite>. Gebrauchsdauer von Bandschlingen. In: <cite style="font-style:italic">DAV Panorama</cite>. <span style="white-space:nowrap">Nr.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>4</span>, 2015, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>58–61</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.alpenverein.de/chameleon/public/024d1252-e1bc-7a86-81e4-b557080e5661/Panorama-4-2015-Sicherheitsforschung-Bandschlingen-Gebrauchsdauer_26105.pdf">alpenverein.de</a> [PDF; abgerufen am 17.&nbsp;Juli 2015]).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Ajournal&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Bandschlinge&amp;rft.atitle=Schauen+statt+vertrauen&amp;rft.date=2015&amp;rft.genre=journal&amp;rft.issue=4&amp;rft.jtitle=DAV+Panorama&amp;rft.pages=58-61" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.bergzeit.de/magazin/bandschlinge-laenge-einsatzbereich-material/"><i>bergzeit.de</i></a> Abgerufen am 18. Dezember 2022.</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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